Was kam nach dem Feigenblatt?

Auf Spurensuche nach der Urform der Männer-Unterhose.

Was nach einer gefährlichen Substanz oder einer längst ausgestorbenen Tierart klingen mag, ist in Wahrheit der 5.000 Jahre alte Vorläufer der Unterhose: Das sogenannte Subligaculum legte den Grundstein für das, was heute unverzichtbar und in jeder Schublade zu finden ist. Dailybread begibt sich auf eine Zeitreise in die Vergangenheit und stößt dabei auf Lendentücher, Leibgürtel und Schamkapseln.

Sucht man nach den Ursprüngen der Unterhose, muss man tief in den Geschichtsbüchern kramen. Fündig wird man im Alten Rom: Das sogenannte Subligaculum war ein um Beine und Hüften gewickeltes Tuch, das bei beiden Geschlechtern Anklang fand. Von der heutigen Unterhose war man rund 3.000 Jahre vor unserer Zeitrechnung allerdings noch weit entfernt. In der Bronzezeit konnte sich die kurze "Bruch" bei Kelten und Germanen durchsetzen. Dieses gewickelte Schamtuch hielt sich immerhin bis zum 11. Jahrhundert.  

Unterwäsche vergangener Epochen: von prächtig bis ganz ohne

Das Mittelalter war das Zeitalter der Schamkapsel. Je größer und prächtiger diese war, desto wohlhabender ihr Träger. In der Zeit des Barock und Rokoko verzichtete man hingegen auf Unterwäsche: Die damals bei Männern üblichen Strumpfhosen übernahmen schlichtweg auch gleich die Rolle der Unterhose. Ein Hemd, tagsüber und nachts getragen, war damit auch schon alles, was Mann für das Untendrunter für nötig befand.

Unterhosen geknöpft und mit Bein

Im 16. und 17. Jahrhundert setzten sich knie- und wadenlange Unterhosenmodelle durch, die mit einem Zugband an der Taille Halt fanden. Knöchellange Unterhosen gaben im 19. Jahrhundert den Ton an. Diese wurden an der Vorderseite geknöpft und an der Rückseite mit einem Band zusammengehalten. Erst mit den Baumwollhosen und Slips, die nach dem Ersten Weltkrieg getragen wurden, nahm die Unterhose, wie wir sie heute kennen, allmählich Gestalt an.

Steigende Hygieneansprüche sowie die omnipräsente Waschmittelreklame der 1950er und 1960er Jahre führten glücklicherweise dazu, dass die Unterhose zum allgegenwärtigen Gebrauchsgut wurde, das man – in früheren Zeiten nicht selbstverständlich – täglich wechselt.

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