Vom Soccus bis zur Socke

Wie die wurde, was sie heute ist.

Die Geschichte der Herrensocke reicht weit zurück – bereits die Ägypter scheinen in vorchristlicher Zeit, den milden Temperaturen im Mittelmeerraum zum Trotz, diese Art der Beinbekleidung gekannt und gestrickt zu haben.

 

Der Begriff der Socke stammt vom lateinischen Wort soccus und bezeichnete damals einen geschnürten, eng anliegenden Schlupfschuh, der vorwiegend zu Hause getragen wurden.

Adel oder Fußvolk? Die Socke zeigt den Unterschied      

Ab dem 11. Jahrhundert fand eine größere Verbreitung der Socke statt – wobei die Art der Socke auch den gesellschaftlichen Status widerspiegelte: So trugen die Könige, Fürsten und auch der Papst eine aus Wolle und Seide gestrickten Socke eine edlere Ausführung während der Rest der Bevölkerung sich mit Fußlappen, Wickelgamaschen sowie aus Tuch gefertigten Strumpfhosen und Beinlingen, die an den Gürtel gebunden wurden, behelfen durfte.

Im 13. Jahrhundert wurden die Beinbekleidungen dann miteinander vernäht und zu Hosen umfunktioniert.

Richtig spannend wird die Geschichte der Socke im 16. Jahrhundert – da haben die Beinbekleidung und Martin Luther nämlich eines gemeinsam: Sie spalten bzw. werden gespalten – der eine die Kirche und bei den anderen werden Hose und Strumpf wieder zweierlei. Die Idee dazu hatten Landsknechte, die in den Konfessions- und Bauernkriegen kämpften und sich von der Trennung von Strumpf und Hosen größere Bewegungsfreiheit erhofften. Von da an endeten Hosen zumeist oberhalb der Wade und die Socken waren – sofern die Wolle gereicht hatte – wadenbedeckend.

1789 – die Revolution der Beinbekleidung

1789 war den französischen Revolutionären die Culotte, die Kniebundhose des Adels, als Zeichen für das Establishment ein Dorn und im Auge. Konsequent dahingehend, dass sie nicht nur die politischen Gegebenheiten ändern wollten, sondern ihre Rebellion auch in ihrer Bekleidung Ausdruck fand. So trugen die Revolutionäre knöchellange Hosen und setzten der Prominenz der Strümpfe ein Ende.

Nichts desto trotz war damit selbstverständlich nicht das Ende der Socke in Sicht – moderne Fertigungsverfahren festigten in den kommenden Jahrhunderten die Bedeutung der Socke. So eröffnete 1853 in England die erste reine Strumpffabrik. 1863 erfand der Amerikaner William Lamb die erste Flachstrickmaschine, kurz bevor die Rundstrickmaschine eingeführt wurde. Ende des 19. Jahrhunderts war es bereits möglich, Herrensocken mit verstärkten Fersen und Spitzen zu stricken und ab 1920 konnten gerippte und gemusterte Socken vollautomatisch hergestellt werden.

Auch wenn sich die Länge der Hose bis zum Knöchel durchgesetzt hat und damit die Socken nicht mehr auf den ersten Blick ersichtlich sind, so sollte Mann dennoch Wert auf gute Männersocken als Basis seiner Garderobe legen. Und wem die Zeit und Lust dazu fehlt, sich in der Stadt durch Geschäfte zu quälen, dem sei unser Dailybread-Abo ans Herz gelegt.

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