Glatt oder verkehrt? Wie Männer gestrickt sind

Eine sachliche und emotionale Bestandsaufnahme zum Jahresende.

2012 neigt sich dem Ende zu und es ist höchste Zeit für eine Bestandsaufnahme. Eine Inventur, die durchaus auch wörtlich gemeint ist: Denn wann, wenn nicht jetzt, könnte man einen Blick in den Schrank werfen, um den Bestand an vorzeigbarer Unterwäsche zu überprüfen? Oder tief in die Schublade blicken, um jene Socken auszusortieren, die schon viel zu lange ohne Gegenstück ein tatenloses Dasein fristen. Doch so leicht kommt „Mann“ nicht davon: Es gilt, auch ganz persönlich Bilanz zu ziehen und die Tiefen der männlichen Seele zu ergründen.

Männer lieben es simpel, geradeaus und direkt. Männer sind der Highway, Frauen bevorzugen die Landstraße, um diese Entscheidung nach jeder Kurve mindestens drei Mal zu hinterfragen. Wird ein Mann jemals eine Frau verstehen, die stundenlang vor dem Spiegel steht und seine Geduld mit der Frage „Das rote oder das grüne Kleid?“ auf die Probe stellt? Wohl kaum. Es sind wohl genau diese Momente, in denen ein Mann dankbar ist, ein Mann zu sein. Seine Welt ist nicht bunt, gestreift oder geblümt, sondern Schwarz oder Weiß. Und das nicht nur beim Griff in den Kleiderschrank, den man, ausgerüstet mit den richtigen Basics, im Zweifelsfall auch blind erledigen könnte.

Schwarz oder Weiß, Tag und Nacht, Sonne und Mond, Ja oder Nein. Ist die Welt nicht in Wirklichkeit eine schlichte Aneinanderreihung glasklarer Einfachheiten? Nicht unbedingt, liebe Männer! Denn wer so denkt, handelt sich ganz schnell das „Einfach gestrickt“-Siegel von der Damenwelt ein. Als wäre Multitasking ein Ding der Unmöglichkeit und das Fehlen des Wörtchens „vielleicht“ im männlichen Wortschatz ein peinlicher Makel, den es tunlichst zu vertuschen gilt. Will man als Mann ohne Feinsinn gelten? Jemand, der nicht auch hin und wieder zwischen den Zeilen lesen kann? Bleibt zwischen Schwarz und Weiß, kein Raum für Persönlichkeit, Individualität, Kreativität und wenigstens ein klein bisschen Verletzlichkeit?

Keine Lust auf Seelen-Striptease? So mancher coole Typ, hat spätestens bei diesem Absatz die Ausfahrt genommen. Für alle anderen, die bereit sind, etwas tiefer zu blicken, kommen hier zwei gute Vorschläge:

  1. Schublade und Schranktür auf, und den Dingen in aller Schlichtheit auf den Grund gehen: Wie viele Socken, Unterhosen, T-Shirts habe ich noch? Und wie viele brauche ich, um stilvoll ins neue Jahr zu starten? Die erste kleine Hürde, die nach Entscheidung verlangt, beschränkt sich tatsächlich auf die Farben Schwarz und Weiß und, was die Socken betrifft, auch ob glatt oder gerippt. Eigentlich gar nicht mal so schwer, oder?

 

  1. Mutig genug, die Schwarz-Weiß-Welt zu verlassen? Dann wäre dies die Gelegenheit dazu. In diesem Fall allerdings nicht wörtlich gemeint, wir wollen hier schließlich niemanden zu bunten Comic-Socken überreden. Doch vielleicht lohnt es, auch mal die kurvenreiche Landstraße zu nehmen, zwischen den Zeilen zu lesen und das Wörtchen „vielleicht“ in den Mund zu nehmen. Schließlich geht es im Leben nicht immer um Lösungen und es verläuft auch nicht immer geradeaus.

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