Ein kleine Geschichte der Socken: Von Männern und Socken

Socken und Diktatoren

Meist unbemerkt und oft vernachlässigt, nimmt die Socke in unserer Wahrnehmung von Mode und Stil bedauerlicherweise eine sehr untergeordnete Stellung ein, die ihrer Bedeutung nicht gerecht wird. Die Socke, treueste Begleiterin des männlichen Fusses, wird unterschätzt.

Ein deutliches Beispiel hierfür lieferte der "Diktator"-Star Sacha Baron Cohen bei der diesjährigen Oscarverleihung. Seine Uniform, so prahlte "Admiral General Aladeen", sei von John Galliano entworfen - die Socken stammten allerdings vom Discounter K-mart. Saddam Hussein selbst habe ihm diesen Rat gegeben:"Socken sind Socken, verschwende dein Geld nicht."

https://www.viviano.de/sacha-baron-cohen-a54543/

Socken-Skandal in der Schweiz

Zu Recht ging da ein Aufschrei der Empörung durch die Socken-Gemeinde. Socken sind Socken, nichts weiter? Da hat Hussein wohl vergessen, dass sich Socken auch als Waffen einsetzen lassen.

So geschehen beispielsweise im Jahre 2001, als eine satirische Sendung des Schweizer Fernsehsender SF DRS die Volksgruppe der Aargauer in einem schockierenden verbalen Angriff als "kleinkarierte Hinterwälder" bezeichnete - und als Beweis anführte, dass diese weisse Socken trügen. Der Skandal um die Socke ging bis vor den UBI, der Schweizer Entsprechung des deutschen Presserats.

https://www.shortnews.de/id/330680/Weiße-Socken-Skandal-Volksstamm-veralbert-Beschwerde-gegen-TV

Socken in Sandalen schon in der Antike

Als nahezu klassisches Beispiel für die Diffamierung der Socke sei die "Socke in Sandale" genannt, die in unserer Kultur zum Feindbild des modebewussten Herrn aufgebaut wurde. Dabei steht diese Art der Zurschaustellung in der antiken, mehr als zwei Millennien umfassenden Tradition der Socke. Die Archäologin Nancy Rosenberg stieß 2003 bei Ausgrabungen bei London auf eine lebensgroße Bronzestatue aus vorchristlicher Zeit, die den Kriegsgott Mars oder einen römischen Eroberer darstellt... und eindeutig Socken in den Sandalen trägt. Das kalte und nasse Wetter hatte die Einbindung der Socke in den Eroberungszug auf der Insel notwendig gemacht. Frau Rosenberg feixte, das Ganze sei furchtbar peinlich und blamiere die edlen römischen Kriegsherren. Die Times selbst nahm in einem Leitartikel dazu Stellung - und befand, dass wenig so abschreckend auf die Damenwelt wirke wie Socken in Sandalen. Das britische Traditionsblatt legte auf Grundlage besagter Socken eine Neubewertung der antiken Zivilisation nahe - falls man hier überhaupt noch von Zivilisation sprechen könne!

https://www.zeit.de/2003/35/sandalen270803

https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,262986,00.html

Und auch Friedrich der Grosse

Dabei gab es große Namen in der Geschichte, die ebenfalls die wohltuenden wärmenden Eigenschaften der Socke zu schätzen wussten, ohne dass ihr Style darunter gelitten hätte. Friedrich der Große beispielsweise lag nie ohne Socken, Kopfbinde und Hund im Bett. Auf diese Weise beugte der kluge Staatsmann einer Erkältung in den zugigen, kalten Schlössern seiner Zeit von.

https://www.nordbayern.de/nuernberger-zeitung/nz-kultur/senf-im-kaffee-socken-im-bett-1.2030198

Warum Männer sich Socken wünschen

Aber die stilbewussten Engländer zeichnen ja auch heute noch gern in der Weltöffentlichkeit ein vernichtendes Bild ihrer Touristen, die - seit Jahrtausenden schon - durch Socken in Sandalen negative Aufmerksamkeit auf sich zögen. Wohlgemerkt: nicht alle Mitglieder britischen Empires sehen die Socken derart vernichtend. Das erfolgreiche australische Autorenpaar Allan und Barbara Pease veröffentlichte ein Buch mit dem Titel "Warum Männer sich Socken wünschen und Frauen alles umtauschen: Der Survival-Guide für Weihnachten". Es handelt vom Weihnachtsstress und seinen Ursachen und beschreibt, dass der Mann sinnvolle Geschenke mit hohem Nutzwert wie eben gerade Socken bevorzuge - und selbst generell in letzter Minute einkaufe. An dieser Stelle sei auf den dailybread Gutschein verwiesen.

Nicht nur in Sachen Geschenkkultur ergeben sich Nischen, die der Socke endlich die notwendige Aufmerksamkeit zu schenken bereit sind. "Undercover-Ökonom" Tim Harford befasste sich mit dem Problem der ständig verschwindenden Socken. Die übriggebliebenen Socken passen ohne den richtigen Partner nicht mehr zusammen - was bedeutet, dass durch den Verlust einer Socke gleich zwei Socken aus dem Verkehr gezogen sind. Die Lösung sieht der Ökonom in der prinzipiellen Austauschbarkeit - ein Prinzip, das auf Gutenberg und die Druckpresse zurück ginge. Er rät: "Entledigen Sie sich der vorindustriellen Bestände und kaufen Sie sich auf einen Schlag zwei Dutzend identische Sockenpaare."

https://www.wiwo.de/erfolg/undercover-oekonom-tim-harford-die-oekonomie-von-socken-sex-und-supermarkt-seite-6/5668188-6.html

Wenn Sie, lieber Leser und Sockenträger, nun auch der Socke mit Achtsamkeit begegnen und hochwertige, zeitlose und stilvolle Socken in Ihr Leben und an Ihre Füße lassen wollen, können Sie hier den Anfang machen.

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